Vaginale Flora – alles fit im Schritt?

Jucken, Brennen, Stechen – all dies können unspezifische Symptome eines Ungleichgewichts der Scheidenflora sein. Welche guten und schlechten Bewohner sich dort finden und wie du wieder ins Gleichgewicht kommst, liest du hier!

In ihrer Zusammensetzung spielt die Vaginale Flora eine extrem wichtige Funktion für Frauen im gebärfähigen Alter. Sehr wichtig, und auch bekannt sind die sogenannten Döderlein Bakterien, welche Milchsäure und andere Stoffe produzieren. Sie schützen uns vor unangenehmen Keimen und Infektionen. Vor allem eine übertriebene Vaginalhygiene aber auch Antibiotika Therapien können die Flora aus dem Gleichgewicht bringen.

Welche Tierchen wohnen da?

Nach der Geburt ist die Vaginalflora nur wenig besiedelt. Mit der Pubertät kommt es zu einer Besiedelung mit Laktobazillen, sog. Döderlein-Bakterien. Diese Döderlein-Bakterien-Familie besteht aus 140 Arten, der Wichtigste ist jedoch Lactobazillus acidophilus. Weiters kommen auch noch Lactobazillus crispatus, gasseri, iners und jensenii vor. Nach der Menopause ändert sich unsere Flora nochmals. Aufgrund der fehlenden Östrogenproduktion findet man weniger Laktobazillen und auch Hefepilze.

Hauptsächlich wird die gesunde Vagina mit Laktobazillen besiedelt, andere Keime sind so gut wie gar nicht vorhanden!

Die Vagina hat im Gegensatz zum Darm (lies hier den Artikel – wie funktioniert das Mikrobiom?) also eine geringe Biodiversität, steigt diese so wird das Auftreten von Erkrankungen, wie einer Vaginose, begünstigt.

Was tun die Lactobazillen?

Die Laktobazillen, auch Milchsäurebakterien genannt, vergären Zucker zu Milchsäure. Dadurch ist das “saure” Milieu der Vagina garantiert. Das ist wichtig, denn in diesem sauren Milieu fühlen sich viele krankmachende Bakterien und Pilze gar nicht wohl und wollen sich dort nicht ansiedeln.

Weiters produzieren die Lactobazillen auch Wasserstoffperoxid. Dieses wirkt bakterienreduzierend und schädigt die DNA der Bakterien.

Lactobazillen produzieren auch Bakteriozine und Bakteriozinähnliche Stoffe. Diese Stoffe können andere Bakterien abtöten und habens vor allem auf die krankmachenden Bakterien abgesehen.

Wenn´s brennt und juckt – was läuft da schief?

Ist die vaginale Flora gestört, so können verschiedene “Krankheiten” auftauchen.

  • Bakterielle Vaginose

Sehr oft symptomlos, manchmal mit erhöhtem Ausfluss oder störendem Geruch. Verursacht wird die Vaginose hauptsächlich durch den Keim Gardnerella vaginalis, welcher zu einem pH Wert Anstieg führt und somit die Anzahl der guten Laktobazillen verringert. Oft wird eine Vaginose durch übertriebene Intimhygiene oder auch durch Antibiotika Einnahme verursacht. Im Zuge einer Vaginose kann es zu Unfruchtbarkeit und Problemen bei der Einnistung kommen.

  • Vaginale Mykose

5 Millionen Frauen pro Jahr haben in Deutschland folgende Symptome – Brennen, Juckreiz, Rötung, weißlicher, bröckeliger Ausfluss – Scheidenpilz. Dieser wird durch Hefepilze – Candida albicans – hervorgerufen und betrifft vor allem Frauen mit Pilleneinnahme (interessanterweise nur die Kombinationspräparate und nicht die reinen Gestagenpillen, was auf eine Östrogenwirkung rückschließen lässt) und Antibiotikaeinnahme.

  • Pathogene Keime

Zu Infektionen kann es auch durch andere Keime kommen. Streptokokken aus dem Darmbereich oder auch Staphylokokken, eingeschleppt durch zB Tampons, können unterschiedlich schwerwiegende Entzündungen hervorrufen.

Eine Infektion mit Streptokokken kann verschiedene Formen annehmen. Oft verläuft sie symptomlos, sie kann aber auch zu einer Gebärmutterentzündung oder zu wiederkehrenden Harnwegsinfekten führen. In der Schwangerschaft ist eine Infektion mit Streptokokken höchst riskant, da diese verfrühte Wehentätigkeiten begünstigen können. Weiters überträgt sich dieser Keim während der Geburt mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auf das Neugeborene. Manchmal führt dies zu einer frühen Infektion des Neugeborenen, welche zu einer Sepsis oder Meningitis führen kann.

  • Sexuell übertragbare Krankheiten

Ja, davon gibts wirklich einige. Chlamydien, Gonorrhoe,… aber das ist ein Thema für den Frauenarzt 😉

Woher weiß ich ob alles – fit im Schritt ist?

Ganz einfach, man kann es testen. Man kann heutzutage mit einfachen Abstrichen von zu Hause aus testen, ob man eine Fehlbesiedelung da unten hat! Die Abstriche werden ins Labor geschickt. Der Befund komm dann zu mir und wir können ihn dann bei einem gemeinsamen Gespräch durchbesprechen – weiters auch Tipps und Tricks wies da unten dann wieder besser läuft! – Meld dich einfach indem du hier klickst!

INFO: dieser Test ersetzt keine ärztliche Abklärung!

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